Als Maltherapeut/in Menschen stärken
Das Institut für Humanistische Kunsttherapie (IHK) wurde 1978 von Dr. phil. Bettina Egger und dem Psychologen Robert Wirz gegründet. In der Schweiz war es das erste seiner Art. Die Kunsttherapie gilt in der psychiatrischen, psychosomatischen, psychosozialen und heilpädagogischen Therapiepraxis als wirksame Methode, um Menschen in Lebenskrisen und Konfliktsituationen auf der Suche nach sich selbst und nach neuen Lebenswegen zu stärken und zu unterstützen.
Selbst entwickelte Theorien und Methoden
Bettina Egger wird in der Schweiz als Pionierin der Kunsttherapie angesehen. Das Institut ist die Frucht ihrer Bemühungen, die Kunsttherapie als eigenständigen Berufszweig zu etablieren und dafür eine umfassende Ausbildung anzubieten. Auf der Basis ihres profunden, in mehreren Studien erworbenen Wissens wie auch ihrer breiten praktischen Erfahrungen entwickelte sie ihre eigene Theorie des Begleiteten Malens und der Maltherapie. Auf diese Theorie baut auch die Ausbildung und die Ausbildungsmethodik am Institut für Humanistische Kunsttherapie auf.
Eine weitere Spezialität des Instituts ist neben dem Begleiteten Malen das Lösungsorientierte Malen (LOM®), ein von Bettina Egger und Jörg Merz entwickeltes bildnerisches Verfahren, das die Maltherapie um eine nonverbale Dimension ergänzt. Ebenfalls dazu gehören eine eigens erarbeitete Anamnese- und Diagnostikmethode und eine spezielle Interventionstechnik.
Das Bild als Sinn-Bild des Daseins
Das IHK versteht das begleitete Malen und die Mal-/Kunsttherapie als eigenständige Form von Therapie und Selbsterfahrung. Gearbeitet wird während des Malens am Bild, am Sinnbild, das mit den Sinnen des Menschen und seinem Lebenssinn zu tun hat. Interpretationen versteckter Bedeutungen oder Bildinhalte gehören nicht dazu. Das Ziel der Maltherapie ist, die Kreativität zu fördern und die begleiteten Menschen dabei zu unterstützen, Entscheide zu treffen und neue Lebenswege zu gehen.
Das Ausbildungsangebot des Instituts für Humanistische Kunsttherapie ist modular aufgebaut und erlaubt damit eine höchstmögliche Flexibilität. Die Studierenden haben die freie Wahl, ob sie ein Zertifikat für den Betrieb eines eigenen Malateliers erwerben oder die ganze Ausbildung bis hin zur höheren Fachprüfung Kunsttherapie, Fachrichtung Malen und Gestalten (HFP-KST), absolvieren wollen. Das "Gesamtpaket" besteht aus drei Bausteinen (Zertifikat, Diplom, LOM-Diplom) und wird vom Dachverband für Kunsttherapie (KSKV) als Grundlage für die höhere Fachprüfung anerkannt.
Neue Leitung – bewährtes Team Als Gründerin und Leiterin des Instituts für Humanistische Kunsttherapie hat Bettina Egger stets erfahrene Berufsleute aus der Kunsttherapie und der Psychologie als Ausbildner gefunden. Einige von ihnen haben ihre Ausbildung oder einen Teil davon selbst am IHK absolviert.
Auf den 1. Mai 2009 hat Bettina Egger die Leitung an den Künstler und Kunsttherapeuten Urs Hartmann abgegeben, der ihr bereits seit Sommer 2008 als operativer Leiter zur Seite stand. Zugleich hat sie ihm die Aktienmehrheit am IHK übertragen. Sie selbst bleibt dem Institut als Dozentin erhalten und will sich fortan wieder verstärkt den inhaltlichen Aspekten der Kunsttherapie widmen.