Unsere Neuigkeiten vom Januar 2015

 

Neue Bezeichnung für eine bewährte Methode – aus Begleitetem Malen wird
Personenorientierte Maltherapie

Folgende Überlegungen führten zu diesem Entscheid:

Bettina Egger hat in 50 Jahren praktischer kunsttherapeutischer Tätigkeit aus dem Ausdrucksmalen von Arno Stern das Begleitete Malen und zusammen mit Jörg Merz die Lösungsorientierte Maltherapie LOM® entwickelt.

Gemeinsame Grundhaltung in beiden Methoden ist das konsequente Begleiten des Malprozesses und die direkte Arbeit am Bild.

Diese Grundhaltung unterscheidet die beiden IHK Methoden wesentlich von anderen kunsttherapeutischen Ansätzen, welche z.B. das vollendete gestalterische Werk als Anlass für eine nachträgliche Betrachtung verwenden oder die künstlerische/ gestalterische Tätigkeit an sich als therapeutisch wirksam betrachten.

Der Begriff der Orientierung in der Bezeichnung «Lösungsorientierte Maltherapie» verweist auf die Ausrichtung, den Fokus in der therapeutischen Arbeit.
Demgegenüber beschreibt der Begriff des «Begleiteten Malens» den praktischen Vorgang, das konsequente, direkte Begleiten des Malprozesses während der Entstehung des Bildes.

Um eine begriffliche Klarheit beider IHK Methoden zu schaffen und weil sich das Begleitete Malen in den vergangenen Jahren methodisch weiterentwickelt und differenziert hat, haben wir uns entschlossen, das Begleitete Malen neu Personenorientierte Maltherapie zu nennen. Somit wird in beiden Methodenbegriffen die Orientierung und die Ausrichtung, namentlich bezeichnet.

In der Personenorientierten Maltherapie wird meist keine Aufgabe gestellt. Das Bild entsteht aus dem ersten Impuls der Malenden und wird davon ausgehend weiterentwickelt. Der offene Malprozess steht im Vordergrund. Aufgaben/Themen/Ziele für die Therapie ergeben sich aus diesem Malprozess heraus.

In der Lösungsorientierten Maltherapie dagegen wird nach einer genauen Erhebung des Anliegens eine präzise Malaufgabe in Bezug auf das Anliegen gestellt. Die Begleitung im Malprozess geschieht anhand von strukturierten Verlaufsprotokollen und Einschätzungsskalen.

Die beiden unterschiedlichen Behandlungsweisen ermöglichen ein differenziertes, sich ergänzendes therapeutisches Vorgehen. Somit kommen im Verlauf einer Therapie – je nach Situation sich ergänzend - beide Methoden kombiniert zur Anwendung.

Die Bezeichnung Begleitetes Malen darf weiter verwendet werden. Sinnvollerweise in Arbeitsfeldern, in denen es um eine in erster Linie unterstützende, ausschliesslich begleitende Arbeit geht und ein therapeutischer Auftrag nicht im Vordergrund steht oder sogar nicht erwünscht ist.

Diese Weiterentwicklung und Differenzierung der beiden kunsttherapeutischen Methoden hat uns zudem dazu veranlasst, die Reihenfolge der Lehrgänge am IHK neu zu strukturieren. Im Zertifikatslehrgang wird weiterhin die Personenorientierte Maltherapie vermittelt. Darauf aufbauend schliesst neu der Lehrgang Lösungsorientierte Maltherapie an.

Im darauffolgenden, abschliessenden Diplomlehrgang vertiefen die Studierenden ihre Kenntnisse in der personen- und lösungsorientierten Maltherapie IHK. Sie können diese in einem Therapieverlauf je nach Indikation entsprechend kombinieren und setzen sich mit deren Anwendung im klinisch-institutionellen Rahmen auseinander. Zusätzlich werden die Verknüpfung mit anderen kunsttherapeutischen Ansätzen und die aktuellen Entwicklungen innerhalb des Berufsfeldes der Kunsttherapie behandelt, womit eine eigene und fassbare Positionierung im medizinisch/ therapeutischen Umfeld möglich werden soll.

Wir sind überzeugt, mit der neuen Ausbildungsstruktur unsere, zukünftigen Studierenden noch viel besser auf ihre praktische kunsttherapeutische Arbeit, sei es im selbstständigen oder institutionellen Rahmen, vorbereiten zu können.

Die drei Lehrgänge bilden (mit den zusätzlich am IHK angebotenen Modulen, resp. mit den gegebenenfalls bereits vorhandenen Vorkenntnissen) die bestmögliche Voraussetzung für das Bestehen der eidgenössisch anerkannten Höheren Fachprüfung (HFP-KST).

Das neue Jahr hat begonnen und damit auch eine für uns sehr wichtige Entwicklung zu mehr Klarheit in unseren Methoden und unserem Ausbildungsaufbau.

An dieser Stelle herzlichen Dank an alle, die immer an die Sache, an das Begleitete Malen (jetzt Personenorientierte Maltherapie) und an die Lösungsorientierte Maltherapie LOM® geglaubt und diese gelebt und entwickelt haben. Wir danken auch allen, die sich mit viel Engagement berufspolitisch eingesetzt haben und den Prozess weiterhin unterstützen und mittragen.

Der Beruf der Kunsttherapeutin/ des Kunsttherapeuten entwickelt sich, wird immer professioneller und wird dadurch in Zukunft seinen festen Platz im gesamten Therapiebereich klären und behaupten können. Davon sind wir überzeugt.


Herzlichen Dank, Euer IHK